Zum Inhalt springen

Auf dem Weg. Kreuzweg für Kinder

7. April 2020

Bilderkreuzweg in Kleinbardau

In Kleinbardau bei Grimma findet in jedem Jahr in der Passionszeit ein Bilderkreuzweg statt. Mit Bildern, Orgelmusik und Gebeten denken wir über das Leiden nach und gehen Jesu Weg mit.

In diesem Jahr ist uns das auf diese Weise leider nicht möglich. Deshalb ist die Idee des Steinkreuzweges entstanden. Acht Bilder mit Acyrlstiften auf Stein gemalt, folgen dem Leidensweg Jesu bis Ostern. Sie sind entlang des Friedhofsweges ausgelegt, so dass jeder bei seinem persönlichen Spaziergang dem Kreuzweg folgen kann.

Steinkreuzweg für Kinder

Manchmal müssen wir Wege gehen, vor denen wir uns fürchten. Wir können nicht einfach davonlaufen. Wir können auch nicht einfach gar nichts tun. Wir müssen mit unserer Angst weitermachen.

Wir können uns aber auf unserem Weg Gott anvertrauen. Wir vertrauen darauf, dass er es gut werden lässt. Selbst wenn es nicht danach aussieht. Denn unser Gott liebt das Leben.

Deshalb erzähle ich dir von Jesus in Jerusalem. Ich erzähle dir vom Kreuzweg.

Palmzweig

Jesus war mit seinen Freunden, den Jüngern, an vielen Orten in Galiläa unterwegs gewesen. Er hatte Menschen von Gott erzählt, hatte geheilt und außergewöhnliche Dinge getan. Viele Menschen hatten von ihm gehört.

Jetzt ist er mit den Jüngern auf dem Weg nach Jerusalem. Sie wollen dort das Passahfest feiern. Jesus weiß, er hat Feinde in Jerusalem. Doch er fühlt, dass er jetzt nach Jerusalem gehen muss.

Unterwegs besorgen ihm die Jünger einen Esel. So kommt Jesus auf einem Esel nach Jerusalem. Als er die Straße entlangreitet, jubeln ihm die Menschen zu. Sie feiern ihn wie einen König. Sie legen Palmenzweige und Kleidungsstücke auf den Weg wie einen Teppich.

Wie passen Jubel und Angst zusammen?

Kann der Jubel die Angst wegwischen?

Oder wischt die Angst den Jubel weg?

Jesus weiß, dass die Menschen ihn nicht verstanden haben. Das was sie von ihm erwarten, kann er ihnen nicht geben. So ein König ist er nicht.

Kelch und Brot

Am Abend sitzt Jesus mit seinen Freunden beieinander beim Passahmal. Sie feiern das große Freiheitsfest. Sie erinnern sich: Gott hat das Volk Israel aus der Gefangenschaft in Ägypten befreit. Das ist ein Freudenfest. Ein Gott, der so etwas tut, der liebt das Leben. Auf den kann man vertrauen.

Als sie so beieinandersitzen, nimmt Jesus plötzlich das Brot. Er teilt es mit seinen Freunden und sagt: „Das ist mein Leib für euch gegeben“. Danach nimmt er den Kelch: „Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird“.

In die Freude zieht eine ernsthafte Stille ein. Was tut Jesus da? Was meint er damit?

Dass Jesus von seinem Tod spricht, wissen die Freunde nicht. Darauf sind sie nicht vorbereitet.

Dem Tod gehen die meisten Menschen lieber aus dem Weg.

Speer und Fackel

Es ist dunkel. Nicht nur die Nacht draußen, auch in Jesus drin ist es dunkel. Er hat Angst vor dem, was kommen wird. Von seinen Freunden umgeben, fühlt er sich allein. In einen Garten zieht er sich zurück, um zu beten.

An Gott kann ich mich wenden, wenn mir sonst keiner hilft. An Gott kann ich mich wenden, wenn meine Ängste mich zu verschlingen drohen.  An Gott kann ich mich wenden, wenn ich Kraft brauche. Deshalb betet Jesus.

Dann kommen die römischen Soldaten und nehmen ihn gefangen. Judas, ein Freund, hat Jesus verraten. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Hände waschen

Jesus wird zu Pontius Pilatus gebracht. Pontius Pilatus ist römischer Präfekt. Das ist einer, der bei den Römern viel zu sagen hat. Er soll feststellen, ob Jesus an etwas schuldig ist. Dann müsste Pontius Pilatus ihn verurteilen. Doch Pontius Pilatus kann keine Schuld bei Jesus finden.

Viele Menschen in Jerusalem wollen trotzdem, dass Jesus stirbt. Sie schreien: „Ans Kreuz mit ihm!“.

Pontius Pilatus wäscht sich die Hände. Mit der Verurteilung von Jesus will er nichts zu tun haben. Seine Hände sind sauber. Keiner nimmt gern Schuld auf sich. Lieber versuchen wir, sie anderen zuzuschieben. Aber geht Schuld davon weg?

Sein Kreuz tragen

Jesus wird verurteilt. Er muss selbst den schweren Balken nach Golgotha schleppen. Dort auf dem Berg soll er gekreuzigt werden.

„Der trägt sein Kreuz“, sagt man über Menschen, die etwas Schweres im Leben aushalten müssen. Solche Menschen müssen mit einer schweren Krankheit leben. Oder etwas Wichtiges in ihrem Leben hat nicht geklappt. Oder ihnen ist ein lieber Mensch gestorben.

Leid und Schmerz aushalten, das braucht viel Kraft.

Jesus hat sein Kreuz getragen. Er ist seinen Weg weiter gegangen.

Dornenkrone und Nagel

Als Jesus gefangen genommen worden war, verspotteten ihn die Soldaten. Sie setzten ihm eine stachelige Krone aus Dornenzweigen auf den Kopf. Sie schlugen ihn. Sie fielen vor ihm auf die Knie und riefen: „Sei gegrüßt, du König der Juden!“

Jetzt auf dem Berg Golgotha nageln die Soldaten Jesus an Kreuz.

Immer wieder fügen Menschen anderen Menschen Schmerz zu. Manchmal sind die Wunden äußerlich sichtbar. Andere Verletzungen, die wir einander zufügen, können wir nicht sehen. Wir spüren sie nur ganz tief in uns drin. Sie entstehen durch böse Worte oder wenn wir bei etwas nicht dabei sein dürfen, wo wir gerne dabei wären.

Das uns so etwas passiert, das möchten wir nicht. Doch immer wieder tun wir so etwas anderen an.

Jesus nimmt all diese Verletzungen und die Schuld mit an seinem Kreuz. Er bringt sie zu Gott.

Am Kreuz

Jesus hängt am Kreuz. Mit ihm sterben zwei Verbrecher. Jesus fühlt sich von Gott verlassen.

„Warum?“, fragen viele, denen etwas Schlimmes geschieht, „Warum passiert mir das?“. Wem etwas Schlimmes widerfährt, der kann Gott manchmal nicht mehr spüren. Er zweifelt an Gott. Er fragt: „Gibt es dich wirklich, Gott? Was für ein Gott bist du?“

Alles scheint sinnlos. Alles ist zu Ende. Manchmal ist es kaum noch auszuhalten.

Das hat Jesus am Kreuz auch erlebt. Er kennt den Schmerz. Er kennt das Verlassen-Sein.

Mit Jesus, seinem Sohn, hat Gott mitgelitten. Er leidet mit jedem Menschen mit, dem Schlimmes widerfährt. Er verlässt uns nicht, auch wenn wir ihn nicht spüren können.

Ostermorgen

Jesus ist tot. Begraben. Ein dicker, schwerer Stein liegt vor dem Grab. Alles zu Ende.

Doch unser Gott ist ein Gott des Lebens. Der dritte Tag ist der Tag der Rettung.

Am ersten Tag der Woche machen sich die Frauen auf zum Grab von Jesus. Sie wollten den toten Körper von Jesus mit wohlriechendem Balsam einreiben.

Sie kommen am frühen Morgen am Felsengrab an. Doch der schwere Stein vor der Tür ist weggerollt.

Jesus ist auferstanden. Im Grab ist er nicht mehr zu finden. Er lebt. Seine Sache geht weiter.

Gott schenkt neues Leben. Er ist stärker als der Tod.

Wenn alles zu Ende scheint, bahnt Gott einen neuen Weg.

Gott verlässt keinen, der gestorben ist. Das hat er uns mit Jesus Christus gezeigt.

Das ist unsere Zuversicht. Trage sie in deinem Herzen.

Autoren: (c) by Susann Donner

No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: