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Die sichtbare Präsenz Gottes

3. September 2018

Anwesend und abwesend
Offensichtlich war es zu allen Zeiten eine Herausforderung, Gottes Nähe zu erfahren. Simone Weil teilte diese Erfahrung mit Dietrich Bonhoeffer, der in seinen Gefängnisbriefen sinngemäß schrieb: Vor und mit Gott leben wir ohne Gott. Wir müssen in der Welt fertig werden etsi deus non daretur – aber genau dieses eben vor und mit Gott. Gott lässt sich aus der Welt hinausdrängen ans Kreuz – und ist gerade so ganz bei dem Menschen, der seiner Hilfe bedarf.
Wir haben die Barmherzigen bitter nötig. Die Menschen, die sich noch etwas zu Herzen gehen lassen und nicht nur in Wut aufschreien, sondern den schier unglaublichen Mut haben, verfeindeten Seiten zuzuhören und in beiden Fällen nicht nur den Hass und die Zerstörung sondern auch Angst und Leiden zu sehen und so einen Ausweg aus einer Situation finden können, die in der Konfrontation nicht lösbar ist.

Mystik aktuell

Simone Weil im Jahr 1921 / Bild: wikimedia, gemeinfrei

Gott ist abwesend in der Welt,
außer durch die Existenz derer,
die seine Liebe leben.

Sie müssen in der Welt sein
mit ihrer Barmherzigkeit.

Ihre Barmherzigkeit
ist die sichtbare Präsenz Gottes.

Lassen wir es an Barmherzigkeit fehlen,
trennen wir grausam eine Kreatur und Gott.

Simone Weil (1909 – 1943)

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