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Tendenz steigend. Ein Chemnitz-Krimi – Rezension von Ina Wendorf

26. September 2015

Sommer 2015. Ich sitze in Dänemark in der Sonne. Nordwest-Dänemark. Dünenheidelandschaft. Meeresbrise. Urlaub. Kaum Menschen. Ruhe. Es könnte idyllisch sein, könnte. Doch auf meinem Handy erscheint eine Nachricht.

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Mit einem Mal beginnen meine Sorgen, die Idylle zu vertreiben. Erstleser! Etwas zum Buch sagen! Ein Krimi! – Ich lese keine Krimis. Ist einfach nicht mein Genre. Und nun diese Bitte von einer lieben Freundin, einer Vertrauten. Was mach ich nur, wenn dieser Text mir nicht gefällt? Ich weiß, dass sie wunderbar schreiben kann, liebe ihren Max-Reger-Roman und die Märchen und viele ihrer Gedichte. Aber ein Krimi? Und dann als Deutschlehrerin, die an beinahe jedem Text etwas zu kritisieren hat.

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Es hilft nichts. Diese Bitte kann, nein, will ich nicht abschlagen, das Vertrauen nicht zurückweisen. Dann kommt der rettende Gedanke – mein Mann liebt Kriminalromane! Ich reiche den Roman ungefragt an ihn weiter und er greift bereitwillig zu, liest und – welch eine Erleichterung – ist begeistert. Nun zögere auch ich nicht mehr: „Tendenz steigend. Ein Chemnitzkrimi“. Meine Sorgen sind geschrumpft und mit jeder gelesenen Seite lösen sie sich in Wohlgefallen auf. Freude und Begeisterung breiten sich in mir aus.

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Die Story um Moritz, einen marktschreienden Wurstverkäufer mit einer Vorliebe für Straßenbahnen, entwickelt sich anfangs ruhig. Besonnen treibt der Erzähler die Geschichte voran, führt nach und nach die weiteren Figuren ein. Katja, die Schöne aus der Chemnitzer Stadtverwaltung, die nur wenige Stunden nach ihrem kurzen Gespräch mit Moritz tot aufgefunden wurde. Hans, ein Fotograf, der immer auf der Suche nach einem guten Bild ist, von seiner Arbeit jedoch kaum leben kann. Die selbstbewusste, hübsche Polina, die mit Hans in einer Wohnung lebt und in einer Arztpraxis arbeitet. Martin, ein übereifriger Fahrkarten-Kontrolleur mit eigenartigen Fingern.

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Die Autorin schickt ihre Figuren und auch den Leser auf der Suche nach dem Mörder durch Chemnitz, legt Fährten, führt in die Irre, lässt die Spannung unentwegt steigen, erzeugt Angst und auch Grauen und zeigt gleichzeitig Chemnitz – von der WirtschaftsWoche als „Rentnerhauptstadt und hässliche Industriestadt“ betitelt, von der taz gar als „Hauptstadt des Grauens“ – als sehenswerte, historisch und architektonisch interessante Stadt. Ganz nebenbei macht sie damit Lust auf einen Ausflug in diese Stadt, die ich zwar schon einige Male bereist, aber nie kennengelernt habe.

Ich habe diesen Kriminalroman in einem Zuge gelesen, konnte ihn gar nicht aus den Händen legen. „Tendenz steigend“ hat mich begeistert und lässt mich auf einen weiteren Krimi aus der Feder von Bettine Reichelt hoffen. Vielleicht erscheint ja demnächst eine Fortsetzung!

Ina Wendorf

Alle Photos mit freundlicher Genehmigung von Fabian Haas: http://www.fabianhaas.de

Bestellen kann man das Buch zum Beispiel hier: https://www.buch7.de/store/product_details/1024784814

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