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Wer, wo, wann, wie?

5. November 2014

Wo die Liebe hinfällt … sagt man so leichthin. Aber was, wenn die Liebe nicht die vorgegebenen und gesellschaftlich akzeptierten Bahnen betritt? Dann ist guter Rat teuer. Und es hilft nichts, den Himmel voller Geigen zu lassen oder die Probleme auf die lange Bank zu schieben. Dann ist ein praktischer Verstand gefragt und Sensibilität und zugleich die Kraft miteinander die Schwierigkeiten zu bewältigen.

Paare, die aus unterschiedlichen Kulturen stammen, haben es schwerer. Als ob eine Liebe nicht Herausforderung genug wäre … Zugleich aber können sie einen besonderen Reichtum in ihre Beziehung einbringen. Mehrere Sprachen beispielsweise: Kinder, die mit mehreren Sprachen aufwachsen – und damit auch mit verschiedenen Ansätzen des Denkens – lernen zwar oft etwas später sprechen und müssen mehr innere Kraft investieren, um einen eigenen Ort, eine innere Heimat zu finden. Zugleich sind sie aber selbst eine Brücke zwischen den Kulturen und Traditionen und schaffen auf diese Weise auch anderen einen Zugang zu ihren beiden Kulturen. Wenn die Verbindung gelingt. Wo eine solche Liebe hinfällt entsteht nicht nur ein Problemraum, sondern eben auch ein Garten.

Vielleicht sind wir, auch durch die Art und Weise der Berichterstattung, zu sehr auf die Probleme fixiert. Die sollen nicht verschwiegen werden. Die Mehrsprachigkeit ist auch ein Problem. Die unterschiedliche Heimat in den Kulturen eine Herausforderung: Welche Feste werden gefeiert und wie? Was darf gegessen werden? Wird das Kind getauft oder beschnitten? Es gibt keine fertigen Antworten. Es gab sie nie.

Und es gab nie eine Zeit, in der Menschen, die sich fremd oder misstrauisch gegenüberstanden, ohne Weiteres an einer gemeinsamen Zukunft bauen konnte. Dieses Thema zieht sich – mit allen Konsequenzen, allem Scheitern und aller Hoffnung – durch die Geschichte der Menschheit. Neben dem privaten Raum, der von Paaren gemeinsam neu gestaltet werden muss, gibt es die Außenwelt, die ihre Klischees auf das Paar projiziert. Und dazu kommt die Angst, die eigene Angst und die der anderen, dass etwas, das ich kenne und für richtig halte, sich vielleicht als falsch oder überlebt erweist. Und wer bin ich dann, wenn sich die Verhältnisse wandeln?

Altes und Neues mischt sich ebenso wie Fernes und Nahes. Aber ist das nicht eigentlich immer so im Leben? John F. Kennedy fragte einmal: Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht wir? Wo, wenn nicht hier? Und „Ton Steine Scherben“ ergänzten: Wie, wenn ohne Liebe? Die Fragen stehen im Raum und erfordern eine Antwort. Von den Paaren, die in einer sich wandelnden Welt nach einem gemeinsamen Leben suchen ebenso, wie von all jenen, die in Partnerschaften oder Freundschaften dauerhafte Beziehungen bauen wollen.

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