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Wasser … marsch …

7. Juni 2014

Es ist noch gar nicht lange her – jedenfalls für mich – da hätte ich mich geweigert in Leipzig in ein Boot zu steigen. Nicht dass ich prinzipiell etwas gegen Boote habe, auch wenn sie mir ab und an zu sehr schaukeln. Nein, es ist schon lustig, auf dem Kahne zu sein. Aber der Geruch. Also der Geruch des Leipziger Wassers hätte mich definitiv davon abgehalten, mich dem Wasser zu sehr zu nähern.

Heute kann ich mir kaum noch vorstellen, dass es so war. Aktionen wie 1-Mark-für Espenhain liegen lange zurück. Wenn ich heute entspannen will, denke ich darüber nach, ob ich nicht vielleicht einmal paddeln gehe oder eine Schiffstour buche. Und Gäste führe ich gern an den Kanälen vorbei oder entdecke mit ihnen die Stadt vom Wasser her.

Leipzig habe mehr Brücken als Venedig, sagt man. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Aber dass die Stadt neu durchs Wasser geprägt wird, ist nicht zu übersehen. Die Kanäle im Innenstadtbereich. Elster, Parte und Pleiße. Und die Seen rund um die Stadt. Das Wasser verändert das Lebensgefühl. Plötzlich sind wir mit Hamburg verbunden. Noch nicht ganz, aber fast. Und Segeln ist ein Sport, den man direkt in der Nachbarschaft erlernen kann.

Aber auch andere Dimensionen des Wassers treten deutlicher vor Augen: Wasser als Quelle des Lebens, als Garant des Lebens. – Und Wasser als eine Urgewalt, die das Leben, das es ermöglicht, zu allen Zeiten bedroht hat.

Eine Wasserstadt zu sein ist wunderbar – und es stellt vor neue Aufgaben. Manche davon sind spannend und schön. Wie gestalten wir als Bürger die neuen Möglichkeiten? Wie bauen wir die neuen Chancen weiter aus? Wer kann wie in diesen Prozess einbezogen werden?

Aber auch die Grenzen des Neuen müssen wieder neu ausgelotet werden: Was brauchen die Stadt wirklich? Was ist unabdingbar notwendig – und was soll, was muss zum Schutz des Wassers, der Tiere, der Umwelt getan werden? Was also sind die Möglichkeiten und an welchen Stellen ist eine selbst gewählte Grenze wichtig?

Das zu debattieren ist nicht einfach. Die Wünsche und Bedürfnisse gehen weit auseinander. Aber dass es überhaupt diskutiert werden kann zeigt, wie sehr sich die Lebensqualität in den letzten Jahren und den beiden letzten Jahrzehnten verändert und verbessert hat. Und das bleibt ein Grund zur Freude. Wenn dies neben aller Suche nach der besten aller Lösungen nicht verloren ginge, hätten wir darüber hinaus auch im Leben miteinander einiges gewonnen.

BR

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2 Kommentare leave one →
  1. 7. Juni 2014 07:27

    Ich wusste gar nicht, dass Leipzig eine Wasserstadt ist. Also brauchen wir gar nicht nach Venedig, wenn uns nach Wasser ist. Obwohl es auch in Berlin viel Wasser gibt. Oder sogar hier bei uns, in Franken.

    • 7. Juni 2014 07:36

      Leipzig entwickelt sich gerade zum Venedig des Nordens. Viele Kanäle, die überbaut waren, werden wieder freigelegt. Im Grunde kann man durch wesentliche Teile der Stadt mittlerweile mit dem Schiff fahren. Das ist eine sehr schöne Perspektive.

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