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Zum neuen Jahr

2. Januar 2013

Da läge er also fürs erste einmal wieder hinter uns, der Weltuntergang. Und das Fest der Feste natürlich auch. Und dieser und jener Ärger. Und da und dort Freuden. Manche vielleicht so unerwartet, dass das Herz ganz unvermittelt warm wurde. Dieses Weihnachten ist unwiederbringlich vorbei, das nächste Fest noch weit entfernt.

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Und nun? Das Jahr hat begonnen. Es ist noch immer kalt und von den längeren Tagen spürt man frühestens im Februar etwas. Das Finanzamt versendet seine Bescheide und die Versicherungen melden sich zurück. Die Miete ist zu zahlen. Die Schule geht wieder los. Man muss auf Arbeit. Und die Straßenbahn ist am Morgen sehr voll. Was also hat sich geändert? Ist man nur ein Jahr älter? Oder ist da noch mehr zu erwarten?

Das neue Jahr empfängt seine Gäste – und wir wissen auch diesmal nicht, was kommen wird. Wir sind die Gäste. Aber meist merken wir davon nicht viel. Die meisten werden sich eher selbst als Gestalter empfinden. Oder als Lastenträger diesen Jahres, im schlimmeren Fällen als Schuldner oder sogar als Schuldige.

Fragen begleiten den Jahresbeginn immer wieder: Werden die Sorgen kleiner? Werden die Hürden zu bewältigen sein? Wird es auch etwas zu lachen geben? Ab und an wenigstens? Kurz, um es mit Erich Kästner zu sagen: „Wirds besser, wirds schlimmer? / fragen wir jährlich.“

Wir wissen es nicht. Und meist ist das ganz gut so. Was wäre, wenn man jetzt schon wüsste, dass man sich am 27. irgendeines Monats, das Bein bricht? Und was, dass man sich am 16. eines anderen – passender oder unpassenderweise – verliebt? Wie würde man auf diesen Tag zugehen? Würde einem das wirklich gut bekommen?

Das neue Jahr hat seine Tore geöffnet. Zumindest in unserem Gefühl. Genau genommen bringt es aber das mit sich, was jeder Tag in sich trägt: Augenblicke, die man nutzen kann. Momente, die zu den Menschen sagen: Jetzt. Handle. Sei. Jetzt.

Was man sich bewahren könnte? Die Heiterkeit vielleicht. Und das Gefühl, mit allen Einschränkungen und Fehlern, mit allen Möglichkeiten und Chancen einen Platz zu haben. Dabei ist es eher unerheblich, ob dieser Platz groß oder klein ist, ob er aus harten Fließen besteht oder aus einem weichen Teppich. Wenn ich ihn als meinen Platz akzeptiere und einbringe, was möglich ist, wird sich zeigen, wer ich dort bin. Und es wird immer beides sein: Gut und schwer.

Denn, um es noch einmal mit Erich Kästner zu sagen: „… seien wir ehrlich / Leben ist immer lebensgefährlich“.

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