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Ein Schmaus für Ohren, Herz und Magen: Novalis-Nacht auf Schloss Goseck

5. Oktober 2011

5. Oktober 1791: Auf Schloss Goseck übernachtet ein junger Mann. Seit 1785 wohnt er in Weißenfels. Er gilt als hoch begabt und mehr als sensibel. Kaum einer würde sich an diesen Friedrich von Hardenberg aus Weißenfels erinnern, hätte er nicht begonnen, seine Gedanken nicht nur aufzuschreiben, sondern auch zu veröffentlichen. Wäre nicht aus jenem unbekannten Friedrich knapp sieben Jahre später ein Dichter namens Novalis geworden. Ohne Novalis keine blaue Blume, der Inbegriff der Romantik, Inbegriff einer Sehnsucht, die gelebt, aber nie ganz ergriffen werden kann. Hätte er aber nicht der blauen Blume ein Denkmal gesetzt, so wäre die Literaturgeschichte um eine Vielzahl an Erwägungen, literarischen Adaptationen, symbolreichen Texten und Auseinandersetzungen. Ohne ihn gäbe es wohl kaum das wirkliche Blau der Anna Seghers. Und auch der Tod in Venedig wäre ein anderer. Heinrich Heine und Thomas Mann, Robert Musil und Michael Ende näherten sich Novalis an, nahmen seine Ideensplitter auf und verarbeiteten sie in eigenen Texten.
Ohne Novalis keine blaue Blume. Ohne die Übernachtung des jungen, noch unbekannten Dichters auf Schloss Goseck keine Novalis-Nacht. Das denkwürdige Datum jährt sich in diesem Jahr zum 220. Mal. Nicht nur aber vor allem auch Dichterinnen machten sich um das Erbe des Novalis verdient. Darum werden zwei Künstlerinnen den Spiegelungen Novalis vor allem in den Werken von Frauen nachgehen. Die Gäste erwartet ein kulinarisch-literarisch-musikalisches Menü der besonderen Art mit Texten von Novalis, Anna Seghers, Wolfgang Hilbig und Ingeborg Bachmann und Musikimprovisationen zu Novalis und Novalisvertonungen. Simone Weißenfels nähert sich dem Weißenfelser Dichter auf musikalischem Wege, Bettine Reichelt auf literarischem. Schloss-Chefkoch Marco Fischer hat wieder in regionalen Kochbüchern gestöbert, die um 1800 erschienen sind und wird die Gäste der Novalis-Nacht mit einem Menü verwöhnen, wie es der junge Dichter womöglich genossen hat, als er 1791 einer Einladung auf das Schloss in Goseck folgte.
Mittwoch, 5. Oktober 2011, 20.00 Uhr, Festsaal auf Schloss Goseck
Reservierung über 03443/28 44 87 oder schenke@schlossgoseck.de
Weitere Informationen und Kartenvorbestellung unter: http://www.schlossgoseck.de
oder unter http://www.asinamusic.com/index.php?file=shop&section=499

Bettine Reichelt

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta%2Fpage&atype=ksArtikel&aid=1315819406751

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