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FuN – Familie und Nachbarschaft in Leipzig. Ein Projekt (nicht nur) für starke Eltern und Kinder

5. Dezember 2010


Seit einiger Zeit mehren sich wieder die Veröffentlichungen über Kinder und Jugendliche in der Krise. Nicht erst durch diese Veröffentlichungen wurde deutlich: Familien geraten schneller in Situationen, aus denen sie selbst nur schwer herausfinden. Erziehung wird oft nicht mehr als spannende und lebenserfüllende Aufgabe gesehen, sondern eher als eine Herausforderung, an der man zu scheitern droht. Die Probleme, die Kinder in den schönen und schweren gemeinsamen Zeiten entwickeln, sind dabei meist zunächst Probleme der Eltern. Bekanntermaßen führen Überbehütung und zu wenig Begleitung häufig in ähnliche Schwierigkeiten. Wie kann man die Familie, sich selbst und die Kinder vor den Problemen schützen?

Hilfsangebote gibt es, auch in Leipzig, an vielen Stellen. Und sie erreichen Familien. Aber sind sie ausreichend? Und vor allem: Könnte man nicht etwas tun, damit Familien gar nicht erst Krisen dieser Art geraten? Oft genug wird es schwer, Eltern und Kinder zur richtigen Zeit zu erreichen, sie rechtzeitig zu ermutigen, vor der Krise.

Das Projekt „Familie und Nachbarschaft“ ist ein solcher Ansatz. Seit einiger Zeit wird es mit Erfolg an verschiedenen Orten in Deutschland angeboten. Auch pädagogische Mitarbeiter von Kindergärten und Trägern der Familienbildung aus Leipzig ließen sich vor einigen Jahren schulen, um sich gemeinsam mit Eltern und ihren Kindern auf diese Reise zu begeben. Federführend war dabei das Caritas Familienzentrum in Leipzig Grünau. Für diesen Einsatz wurde das Zentrum 2007 mit dem Preis „Agenda 21“ geehrt. Mittlerweile setzt sich auch das Jugendamt der Stadt Leipzig dafür ein, dass das Projekt in anderen Stadtteilen angeboten werden kann.

Der Kurs Familie und Nachbarschaft besteht grob gesagt aus zwei Teilen: Im ersten Teil werden Familien von je einem geschulten Mitarbeiter aus dem pädagogischen und dem sozialen Bereich zu einem achtwöchigen Kurs eingeladen. In gemeinsamen Spielen, während verschiedener Übungen und in Gesprächen werden Eltern ermutigt, die Regisseure des Familienlebens zu sein, diese ihre Aufgabe wahr- und ernst zu nehmen. Sie erklären die Spielregeln, geben den Kindern Aufträge weiter und helfen bei der Umsetzung. Treten Schwierigkeiten auf, sucht man nach eine gewaltfreien Lösung.

An einem solchen Kurs können sechs bis acht Familien teilnehmen. Ziel ist es, neben dem aktiven Stärken der Familie, ein soziales Netzwerk aufzubauen, das den Eltern auch nach der Zeit des Kurses bleibt.

Denn nach dem Kurs (Teil zwei) werden die Eltern nicht einfach in den alten Alltag entlassen. Die Menschen, die sie kennengelernt haben, die Gemeinschaft, die sich gebildet hat, sollen erhalten bleiben. Über sechs weitere Monate treffen sich die Familien, begleitet von den FuN-Teamern, selbstständig weiter und gründen in gewisser Weise eine Selbsthilfegruppe. Dieser Weg ist oft schwerer als gedacht. Passende Räumlichkeiten müssen gefunden werden, die Gruppe soll die Organisation der Nachmittage selbst in die Hand nehmen. Und die „Chemie“ zwischen den Eltern muss stimmen, so dass sie weiterhin Kontakt haben wollen. Das ist nicht immer einfach zu bewerkstelligen. Dennoch trifft sich in Grünau seit einigen Jahren eine Gruppe regelmäßig jeweils am dritten Donnerstag im Monat in den Räumen der Ev.-Luth. Paulusgemeinde. Zu ihr gehören längst nicht mehr nur die ursprünglichen Kursteilnehmer. In der Zwischenzeit haben weitere Kurse stattgefunden, deren Eltern zu diesem Nachmittag eingeladen werden. Und darüber hinaus haben sich Eltern dem Netzwerk angeschlossen, die den Nachmittag als Bereicherung für ihr Familienleben empfinden.

Das Projekt Familie und Nachbarschaft hat nicht ohne Grund die Abkürzung FuN. Familie zu sein ist schwer – und schön. Die gemeinsame Lebensfreude wieder zu entdecken ist ein wichtiger Ansatz des Projektes. Es kann und darf auch einfach Spaß machen, fun, miteinander auf dem Lebensweg voranzugehen.

Kontaktadressen in Leipzig:

Caritasverband Leipzig e. V.

Kinder-, Jugend- und Familienzentrum Grünau

Liliensteinstraße 1, 04207 Leipzig

Telefon: (0341) 9 45 47-61

eMail: familienzentrum@caritas-leipzig.de

Ansprechpartnerin

Gabriele Fleck-Hartmuth (Leiterin Familienzentrum, Dipl.-Sozialpädagogin)

Fairbund Leipzig

Kathrin Standar

0163/3790819

KiFaZ/ITE

Eisenbahnstr. 52

Tel.: 0341/2719979-28

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One Comment leave one →
  1. 6. Dezember 2010 12:46

    Das ist mal ein Projekt, das wirklich Hilfe zur Selbsthilfe nicht nur in „Entwicklungsländern“ bieten kann. Ist wirklich ein nachahmenswertes Beispiel. Schön, dass Du es vorgestellt hast.

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