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Das Aber, THE BUT

18. Oktober 2010

Making Gold, CD-Cover by Miriam Sachs

„Die Aber kosten Überlegung“, schrieb Gotthold Ephraim Lessing einmal in einem Brief. Daran hat sich in den letzten Jahrhunderten kaum etwas geändert. Wer eine andere, eine eigene Sicht auf die Welt einbringen möchte, muss wissen, warum er das tut. Die Leipziger Band „THE BUT“ hat sich mit ihrem Namen eine große Aufgabe gestellt: Ihr Aber einzubringen, einzusingen. Dabei verstehen sie ihr Aber eher nicht als einen lauten Protest, sondern als eine selbstverständliche Suche und Darstellung des Schönen. Sie stehen vor allem in der Tradition der Beatgruppen der späten 60er des 20. Jahrhunderts. Auf der Website heißt es: „Eine Musik für Feinschmecker? Wir nennen es Kammer-Beat.“

Ihr „Kammer-Beat“ entwickelte sich allmählich als die zur Gruppe passendste Richtung. Als sich Robert P. Mau und Robert A. Weinkauf im Frühjahr 2000 von den BUTLERS trennten, war davon noch wenig zu erkennen. Eigentlich wollten sie wieder in einer „normalen“ Formation und vor allem eigene Kompositionen spielen. Bereits im Sommer nahmen die Mitglieder der neuen Band unter dem Projektnamen THE BUT die CD „Winston“ auf: Robert P. Mau (Gesang, Piano), Robert A. Weinkauf (Gesang, Gitarre), Zsolt Petery (Gesang, Bassgitarre), Friedrich Pohl (Leadgitarre), Klaus-Jürgen Goritz (Schlagzeug), Burkhard Götze (Posaune).

THE BUT, im Mai 2007, Photo by Carina Hoenig

In den folgenden Jahren wechselte die Besetzung häufig. Immer wieder suchten die drei beständigen Bandmitglieder Robert P. Mau, Robert A. Weinkauf, Zsolt Petery nach einem Leadgitarristen und einem Schlagzeuger. Keiner blieb ihnen über längere Zeit treu. 2002, wieder einmal sind die drei Aufrechten zurückgeblieben, beschließen sie, aus dem Manko eine Tugend zu machen: Warum sollte man immer wieder auf Zwang eine Ergänzung suchen, wenn man so, wie die Band nun einmal ist, gut zusammenspielt? Es käme auf die Arrangements und auf eigene, auf die Formation der Gruppe zugeschnittene Kompositionen an.

Das Experiment nimmt Form an und wird mehr und mehr zu einem erkennbaren eigenen Stil: Sie spielen unplugged, das heißt ohne Mikrophone und Verstärkeranlage. Ihre Texte sind, wie die der Vorbilder aus den 60er Jahren, auf englisch. Sie sind „ein Singer-Songwriter-Trio in Unplugged-Besetzung, dem Anspruch nach ein Ensemble für zeitgenössische Kammermusik, stilistisch an den britischen Beatgruppen der Jahre 1965‑1968 orientiert“. Das ermöglicht es ihnen, in den jährlichen Konzertreisen im Frühjahr und im Herbst einen engen Kontakt zum Publikum aufzubauen. Dabei geht es ihnen vor allem auch darum, Spaß an dem zu haben, was sie auf der Bühne und bei den Proben tun, und dem für sie Schönen eine Stimme zu verleihen. Es ist ein ungewöhnlicher und eher defensiver Protest gegen die Schnelllebigkeit und laute Präsenz der derzeitigen Musikindustrie. Für die drei Musiker ergibt sich dieser Protest allerdings schlicht aus dem, was sie tun. Er ist nicht das Ziel. Ziel ist es, mit Freude Musik zu machen. „Man kann ernsthaft und tief sein, ohne sich beständig im Kot suhlen zu müssen“, sagte Robert P. Mau im Gespräch.

Bandphoto by marysmith

2004 begann die Band an einer neuen CD zu arbeiten. Eigene Titel, eigene Arrangements, eine eigene Stimme einbringen. Sie wächst langsam. Die Musiker können sich ein langsames und gründliches Arbeiten leisten: Alle drei sind in anderen Berufen tätig. Das gibt ihnen eine Freiheit, die andere so nicht haben. 2007 sind alle zwölf Titel eingespielt. Aber die Fertigstellung nimmt dennoch noch weitere drei Jahre in Anspruch. Im Gegensatz zum Liveauftritt präsentieren sie auf der CD nicht nur die reine Stimme, sondern werden von Freunden unterstützt und nutzen die Möglichkeiten der Technik. Gemeinsam mit dem Produzenten Leo Solter arbeiten sie an einer Ästhetik eigener Art. Diesem Ansatz entsprechend heißt die CD „Making Gold“.

Neben der Arbeit an der CD beginnt die Gruppe 2008 mit den neuen technischen Möglichkeiten des Internet zu spielen. Außer der normalen Website pflegen sie ihren Auftritt bei MySpace, YouTube und Facebook. Reinschauen und Reinhören lohnt sich.

Und – selbstverständlich und unspektakulär wie es ihre Art ist – engagieren sie sich im sozialen Bereich. Das jährliche Benefizkonzert der Kinderhilfe Afghanistan „Konzert für Afghanistan“ steht ebenso seit zwei Jahren in ihrem Terminkalender wie ein Benefizkonzert zugunsten der Organisation „Medica Mondiale“ zur Unterstützung traumatisierter Mädchen und Frauen: „Weil sie ein Mädchen ist“.

Photo by marysmith

In diesem Jahr feiert die Band ihr 10-jähriges Bestehen. Eine wichtige musikalische Stimme in der Leipziger Kulturlandschaft. Alte und neue Fans und solche, die es werden wollen, sind zu allen Konzerten herzlich willkommen. Und falls man das Konzert verpasst haben sollte, gibt es ab sofort die CD zum Nachhören …

Weitere Informationen zur Band und ihrer Geschichte unter www. the-but.de

Konzerte und Veranstaltungen im November:

06.11.10, 20 Uhr, Anker, Renftstr. 1, 04159 LEIPZIG
www.myspace.com/konzertfuerafghanistan

Konzert für die Kinderhilfe Afghanistan: Ein Benefizkonzert mit vielen Künstlern, u. a. mit THE BUT

16.11.10, 20 Uhr Schille-Theaterhaus, Otto-Schill-Straße 7 / HH, 04109 LEIPZIG

Eintritt: 10,- EUR

DIE LIEDERTOUR-GALA, 20 Jahre Songfestival live! The Road Brothers, Stutzki, Wolfram Fricke, Manuel Frühauf, Volly Tanner, THE BUT u. a., www.liedertour.de

19.11.10, 21 Uhr Galerie KUB, Kantstraße 18, 04275 LEIPZIG

Eintritt: 8,- / 5,- EUR

„MAKING GOLD“, Record Release Party THE BUT, www.galeriekub.de

21.11.10, 20 Uhr ETI Berlin, Rungestraße 20, 10179 BERLIN

Eintritt: 8,- / 5,- EUR

„MAKING GOLD“ Record Release Party THE BUT, www.eti-berlin.de

26.11.10, 20 Uhr, Begegnungsstätte Mühlstraße, Mühlstraße 14, 04317 LEIPZIG

Eintritt: frei

„Weil sie ein Mädchen ist“, THE BUT in der Benefiz-Konzertreihe zugunsten von medica mondiale, www.muehlstrasse.de

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